Die Ausgangslage

Es ist ein alter Hut: Je länger Menschen arbeitslos sind, desto schwerer wird der Weg zurück in Erwerbsarbeit. Mit dem Verlust der Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, dem Absturz in den Status „arbeitslos“ und den finanziellen Einbußen nehmen die sozialen Kontakte ab, das Selbstvertrauen sinkt, die Gesundheit leidet, und je nach Anzahl erfolgloser Bewerbungen schwinden Mut und Bereitschaft, sich überhaupt noch Ziele zu setzen. Viele verlieren den Glauben an sich, und ihre Umgebung verliert den Glauben an sie. Nicht selten bildet sich die Einschätzung heraus, dass weitere Bewerbungen oder Bewerbungstrainings zwecklos sind. Oft stimmt das wohl auch, weil „mehr desselben“ nicht weiterhilft. Es scheint also nützlich, neue Wege zu gehen.
Je länger Menschen arbeitslos sind, desto weniger profitieren sie von einer positiven Wirtschaftsentwicklung. Ein Problem kommt hinzu: Die Hälfte derer, die aus dem SGB II heraus Arbeit finden, taucht über kurz oder lang wieder im Leistungsbezug auf. Häufig ist dies eine Folge prekärer Beschäftigungsverhältnisse und mangelnder Passgenauigkeit beim „Matching“ von Mensch und Stelle. Für langfristige Erfolge ist es offenbar nützlich, möglichst passende Stellen zu finden.
Wir gehen davon aus – das weiß jeder, der den Paritätischen Wohlfahrtsverband kennt –, dass die arbeitslosen Menschen nicht die Verursacher der Arbeitslosigkeit sind (und damit „selber schuld“). Im Gegenteil: Eine größere Nachfrage am Arbeitsmarkt würde dieses
Problem weitgehend lösen. Aber es gibt selbst bei schlechter Konjunktur permanent Bewegung auf dem Arbeitsmarkt; allein in NRW werden jährlich zwischen 1,5 und 2 Mio. Stellen neu besetzt. Es geht darum, dass Menschen, die lange „draußen“ waren, wieder Zugang finden zum Arbeitsmarkt. Dabei brauchen sie Unterstützung, aber tun können sie es nur selbst.
Nach Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen fällt ein großer Prozentsatz von Teilnehmenden zurück in die Arbeitslosigkeit, oft in die Perspektivlosigkeit – bis irgendwann die nächste Maßnahme winkt. Dieses „Rein-Raus“ schadet den Menschen und ist unwirtschaftlich. Daher ist es sinnvoll, wenn in Maßnahmen solche Kompetenzen, Methoden und Haltungen mit den Teilnehmenden erarbeitet werden, die auch nach Ende der Maßnahme weiterwirken. All dies waren Ansatzpunkte für das Modellprojekt SVC.

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